
Stolz, Freude und auch eine Prise Wehmut prägten die feierliche Verabschiedung der diesjährigen Maturantinnen und Maturanten an der Landeshotelfachschule Kaiserhof in Meran am Dienstag, 7. Juli, und Mittwoch, 8. Juli. Im festlich geschmückten Speisesaal erhielten rund 200 Absolventinnen und Absolventen im Beisein ihrer Familien, Lehrpersonen und zahlreicher Ehrengäste ihre Diplome – und zugleich den symbolischen Start in einen neuen Lebensabschnitt.
Am Dienstag nahmen die Klassen 5A und 5B ihre Diplome entgegen. Als Ehrengäste gratulierten Hansi Pichler, Vizeobmann des HGV, und Johannes Kohler, Vizeobmann des HGJ. Am Mittwoch folgte die Diplomfeier der Klassen 5C und 5D mit Landesrat für deutsche Bildung und Kultur Philipp Achammer, HGV-Präsident Klaus Berger und HGJ-Obmann Daniel Schölzhorn.
Direktor Hartwig Gerstgrasser stellte in seiner Festrede den besonderen Charakter der Ausbildung am Kaiserhof in den Mittelpunkt. Mit dem Abschluss im Service, jenem in der Küche und der Matura verfügten die Absolventinnen und Absolventen über drei Qualifikationen, die ihnen vielfältige berufliche Perspektiven eröffneten. „Sie werden Gastgeberinnen und Gastgeber. Sie lernen, Bedürfnisse von Menschen zu erkennen, Probleme zu lösen und Herausforderungen anzunehmen“, sagte Gerstgrasser. Ebenso wichtig wie das fachliche Können sei jedoch die Haltung, die während der Schulzeit vermittelt werde. Mit den Worten „Einmal Kaiserhofler, immer Kaiserhofler“ erinnerte er daran, dass die Verbundenheit mit der Schule auch nach der Matura bestehen bleibe.
Diese Verbindung werde seit 2024 durch den Alumni-Club gestärkt, der ehemalige Schülerinnen und Schüler miteinander vernetzt und den Kontakt zur Schule pflegt. Als Beispiel nannte Gerstgrasser die ehemalige Absolventin Inge Zwick, die in ihrem Podcast erzählt habe: „Dank der drei Qualifikationen hatte ich immer einen Plan B.“
Hansi Pichler richtete seinen Dank besonders an Eltern und Lehrpersonen, die die Jugendlichen auf ihrem Weg begleitet hätten. Den Absolventinnen und Absolventen gab er eine klare Botschaft mit: „Wer sich nicht wandelt, wird überrollt.“ Innovation bedeute, Neues auszuprobieren und dranzubleiben. Sein Rat lautete: „Bewahrt euch eure Freude. Dinge, die man mit Freude und Überzeugung macht, gelingen am besten.“
Auch Johannes Kohler, selbst ehemaliger Kaiserhof-Schüler, blickte auf seine Schulzeit zurück und hob den Wert des Netzwerks hervor, das während der Ausbildung entstanden sei. „Das Netzwerk, das ihr hier aufgebaut habt, wird euch ein Leben lang begleiten“, sagte er. Die eigentliche Reise beginne erst jetzt: „Nach der Matura beginnt es erst richtig.“
Landesrat Philipp Achammer sprach von der besonderen Stimmung, die Diplomfeiern auszeichne. „Man erlebt bei solchen Feiern alles: Wehmut, Freude, Stolz und viele Erinnerungen“, sagte er. Entscheidend sei nicht allein die Zahl auf dem Diplom, sondern das, was die jungen Menschen geprägt habe. „Die Jahre am Kaiserhof sind Teil eurer Geschichte. Geht euren Weg mit ganz viel Herz und macht das, was euch Freude macht.“
Für HGV-Präsident Klaus Berger war die Feier auch eine persönliche Reise in die Vergangenheit. Vor 35 Jahren selbst Absolvent des Kaiserhofs, machte er den Maturantinnen und Maturanten Mut, ihre Chancen zu nutzen. „Euch stehen dank dieser Ausbildung die Türen der Welt offen“, sagte Berger. Gleichzeitig appellierte er, die Herkunft nicht zu vergessen: „Bleibt neugierig. Erinnert euch an eure Wurzeln – und bleibt Kaiserhofler!“
Die Besonderheit der Kaiserhof-Ausbildung hob auch HGJ-Obmann Daniel Schölzhorn hervor. „Ihr haltet heute drei Abschlüsse in den Händen. Das ist etwas Großes und keineswegs selbstverständlich.“ Gleichzeitig verwies er auf die Bedeutung des Alumni-Clubs und des HGJ als starke Netzwerke für den weiteren beruflichen Weg.
Für einen emotionalen und zugleich heiteren Schlusspunkt sorgte eine liebgewonnene Kaiserhof-Tradition. Mit einer feierlich auf Latein vorgetragenen Ansage entband Direktor Gerstgrasser die Absolventinnen und Absolventen von der Pflicht, Krawatte beziehungsweise Foulard zu tragen. Sekunden später flogen die Krawatten unter dem Applaus der Anwesenden durch den Speisesaal – ein sichtbares Zeichen dafür, dass ein bedeutender Lebensabschnitt erfolgreich abgeschlossen war.
Beim anschließenden Umtrunk im Restaurant und auf der Terrasse wurde gemeinsam gefeiert, gelacht und auf die Zukunft angestoßen. Zwischen Erinnerungen an die vergangenen fünf Schuljahre und den Plänen für die kommenden Jahre wurde deutlich: Die Verbundenheit mit dem Kaiserhof endet nicht mit der Diplomübergabe.
Im Rahmen der Feier wurden auch die besten Maturantinnen und Maturanten des Jahrgangs ausgezeichnet. Für herausragende Leistungen erhielten Stefanie Heinisch (100 Punkte), Rojan Reichsigl (99 Punkte) und Amalia Niederwieser (96 Punkte) jeweils einen besonderen Restaurantgutschein. Weitere Spitzenleistungen wurden mit einem Buchgeschenk gewürdigt. Ausgezeichnet wurden Maria Lorén Punt (93 Punkte), Laura Weiss (93), Judith Hiegelsperger (89), Ines Perkmann (89), Hanna Prieth (89), Anna Theiner (89), Laurin Leitner (88), Anna Wörnhart (88), Simona Pircher (87), Jonas Schönweger (86), Ruth Hauser (85) und Maximilian Neuhauser (85).
Die Diplomfeiern am Kaiserhof machten einmal mehr deutlich, dass hier nicht nur Wissen vermittelt wird, sondern Persönlichkeiten heranwachsen. Mit drei Abschlüssen, einem starken Netzwerk und der Leidenschaft für Gastfreundschaft im Gepäck sind die Absolventinnen und Absolventen bestens gerüstet, ihren eigenen Weg zu gehen.


Direktor Hartwig Gerstgrasser, HGJ-Obmann Daniel Schölzhorn und HGV-Präsident Klaus Berger (von links) mit den ausgezeichneten Absolventinnen und Absolventen der Klassen 5C und 5D. Rechts im Bild: Landesrat für deutsche Bildung und Kultur Philipp Achammer
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